📖Glossar
Alle Begriffe der App auf einen Blick.
Early Data: Anwendungsdaten schon im ersten Flug. Schnell, aber wiederholbar (Replay) – nur für idempotente Anfragen.
Automatic Certificate Management Environment (RFC 8555): Protokoll, mit dem Let's Encrypt & Co. Zertifikate automatisch ausstellen.
Authenticated Encryption with Associated Data: verschlüsselt und schützt gleichzeitig die Integrität (AES-GCM, ChaCha20-Poly1305). In TLS 1.3 Pflicht.
Application-Layer Protocol Negotiation (RFC 7301): Client und Server einigen sich im Handshake auf das Anwendungsprotokoll, z. B. h2 oder http/1.1.
ACME Renewal Information (RFC 9773): die CA empfiehlt dem Client ein Zeitfenster für die Erneuerung.
Certificate Authority: signiert Zertifikate und bestätigt damit die Zuordnung Name ↔ Schlüssel.
Öffentliche, nur anhängbare Logs aller ausgestellten Zertifikate (RFC 6962). Browser verlangen SCTs als Beleg.
In TLS 1.3 nur noch AEAD + Hash, z. B. TLS_AES_128_GCM_SHA256 (0x1301). Schlüsselaustausch und Signatur werden getrennt verhandelt.
Certificate Revocation List: von der CA signierte Liste widerrufener Seriennummern.
Certificate Signing Request (PKCS#10): öffentlicher Schlüssel + gewünschte Namen, mit dem privaten Schlüssel signiert.
DER = binäre ASN.1-Kodierung; PEM = DER in Base64 zwischen -----BEGIN …----- und -----END …-----.
Zwei Parteien einigen sich über einen öffentlichen Kanal auf ein gemeinsames Geheimnis, ohne es zu übertragen.
Elliptic Curve Diffie-Hellman Ephemeral: DH auf elliptischen Kurven mit Einmal-Schlüsseln pro Verbindung → Forward Secrecy.
Encrypted Client Hello: verschlüsselt den inneren ClientHello inkl. SNI mit einem per DNS veröffentlichten Schlüssel.
Auch wer später den privaten Serverschlüssel erbeutet, kann früher mitgeschnittene Verbindungen nicht entschlüsseln.
HMAC-based Key Derivation Function (RFC 5869): Extract (Entropie bündeln) und Expand (Schlüssel ableiten). Basis des TLS-1.3-Schlüsselplans.
HTTP Strict Transport Security (RFC 6797): Browser merkt sich, eine Domain nur noch per HTTPS aufzurufen.
Zwischenzertifikat zwischen Root und Leaf. Die Root bleibt offline; das Intermediate signiert im Alltag.
TLS-1.3-Erweiterung mit dem öffentlichen (EC)DHE-Anteil – schon im ClientHello, daher 1-RTT.
Endzertifikat des Servers (CA:FALSE) mit den Hostnamen im SAN.
Module-Lattice-based Key Encapsulation Mechanism (FIPS 203), früher Kyber: Post-Quanten-Verfahren, in TLS hybrid mit X25519 als X25519MLKEM768.
Mutual TLS: auch der Client weist sich mit einem Zertifikat aus (CertificateRequest → Client-Certificate).
Online-Abfrage des Sperrstatus bei der CA; beim Stapling liefert der Server die signierte Antwort gleich mit.
Pre-Shared Key: in TLS 1.3 meist aus einem NewSessionTicket für Session Resumption und 0-RTT.
Transporteinheit von TLS: 5 Byte Kopf (Typ, Version, Länge) + max. 2^14 Byte Nutzdaten (verschlüsselt + 256).
Round-Trip Time: ein Hin- und Rückweg. TLS 1.3: 1-RTT (0-RTT bei Wiederaufnahme), TLS 1.2: 2-RTT.
Subject Alternative Name: Liste der Hostnamen/IPs, für die ein Zertifikat gilt. Maßgeblich statt des CN.
Server Name Indication: Hostname im ClientHello, damit ein Server mit vielen Domains das richtige Zertifikat wählt. Unverschlüsselt (außer mit ECH).
Hash über alle bisherigen Handshake-Nachrichten. Fließt in Schlüssel und Finished ein – Manipulation fällt auf.
Standardformat für Zertifikate (RFC 5280): Version, Seriennummer, Issuer, Validity, Subject, öffentlicher Schlüssel, Erweiterungen, Signatur.
Diffie-Hellman auf Curve25519 (RFC 7748) mit 32-Byte-Schlüsseln – die häufigste Gruppe in TLS 1.3 (0x001D).